frau burow näht

frau burow näht

Freitag, Juni 13, 2014

♥ Des eigenen Glückes Schmied ♥

Heute wird es persönlich hier. Normalerweise lasse ich ja alles persönliche soweit es geht hier außen vor, Aber heute morgen überkam mich die Lust etwas persönliches zu schreiben.
Dieser Gedanke kam mir eben, als ich überglücklich mit dem Rad von meinem Markteinkauf heimfuhr.
Ich saß auf meinem Rad, die Sonne schien und ich fühlte dieses unglaubliche Gefühl des Glücklichseins. Aber wieso ist das so?Ganz einfach, ich habe vieles in mir geändert. 
Es gab Zeiten, da war ich nur noch gehetzt, wollte die Supermama sein, alles schaffen und am Besten noch mehr. Ein Termin jagte den anderen, der Haushalt wurde nicht weniger, die Kinder größer aber somit nicht weniger anspruchsvoll. Ich nahm mir zu viele Projekte vor und schaffte vieles nicht zu Ende. Ich hatte Schmerzen. In der Schulter und auch Rücken. 
Aber was ist nun anders? Der Haushalt ist noch der Gleiche und auch die Kinder sind unverändert. Die Schmerzen sind auch immer noch da, aber ich möchte mich von ihnen nicht auffressen lassen. Dennoch bin ich ruhiger, gelassener geworden. Das liegt einfach daran, dass eines Tages bei mir der Punkt kam an dem ich merkte wie unzufrieden ich bin. Ich merkte, dass ich zu viel wollte. Das machte mich gehetzt und auch oft schlecht gelaunt. Mit Entsetzen stellte ich fest, dass ich so meinen Kindern nicht in Erinnerung bleiben wollte. Immer in Hetze, kaum Zeit, das Lachen wurde immer seltener bei mir. Also änderte ich mich. Ich entschleunigte alles. Mittlerweile lasse ich alle Fünfe gerade sein. Meine Einstellung heisst: who cares? Jeder nach seiner Facon. Das tut unglaublich gut (man regt sich so auch weniger auf. Außer im Auto, sobald ich hinter dem Steuer sitze verändere ich mich. Aber auch das versuche ich ganz langsam zu ändern)
Termine werden mit Bedacht gemacht und nie mehr als einer am Tag wenn es sein muß. Ich zwinge mich Projekte erst mal fertig zu machen und lasse keine 10 nebeneinander herlaufen. So macht es auch mehr Spaß und ich mache meine Arbeit wieder mit Freude und nähe zum Beispiel wieder mit mehr Aufmerksamkeit. Ich setzte mich lieber mit den Kindern an den Tisch und quatsche (ich bin sowieso eine Quasseltante) anstatt das Haus zu saugen (das kann ich auch später erledigen)


Okay, ich vermisste auch die Stadt und hatte einige Schwierigkeiten mich hier einzuleben. Anfangs war ich hier die aus der Stadt, fast schon ein Paradiesvogel. Mittlerweile haben sich aber so die meisten an mich gewöhnt und ich hoffe sie wissen, es ist nur Äußeres. Ich liebe es halt mich schön anzuziehen und manchmal kommt das hier auf dem Lande etwas schräg rüber. Dennoch bin ich ja eine bodenständige Person und kann auch ganz schön anpacken. 
Vor fast 20 Jahren arbeitet ich in Italien ( oh, wie vermisse ich Verona). Eines abends waren wir alle unterwegs und ich wurde immer unruhiger, denn ich wusste, am nächsten morgen muß ich früh aufstehen. Ein Arbeitskollege merkte das und fragte was los sei. Ich erklärte ihm, ich sei nervös, da ich morgen bestimmt sehr müde sein würde. Seine Antwort werde ich nie vergessen und ich denke oft daran. Er sagte: Andreina (so nannte sie mich, denn Andrea war ihnen ein zu männlicher Name), entspanne dich und habe Spaß. Nun ist es eh schon zu spät und was hast du davon, wenn du nun die ganze Zeit den Abend nicht genießt, weil du an morgen denkst? Du wirst morgen so oder so müde sein, also verdirb dir doch nicht auch noch den schönen Abend. 
Wie wahr, oder? Mir gefällt diese Lebenseinstellung sehr und sobald ich merke. dass ich mir selber den Spaß verderbe, denke ich daran zurück.


Ich liebe Gesellschaft, denn ihr ahnt es, ich bin eine Quasseltante. Ich brauche Menschen um mich herum. Gerne halte ich auch mal einen Plausch mit einer mir unbekannten; netten, älteren Dame auf dem Markt, scherze mit den Verkäufern am Gemüsestand. Ich liebe es, wenn ich Besuch bekomme (die werden dann gnadenlos von mir mit Essen vollgestopft), Parties sind für mich etwas Tolles und wenn die Teenietochter ihre Freundinnen da hat, gibt es nichts schöneres als diesen zu zuhören.


Als ich nun so auf dem Rad saß, kam mir dann der Gedanke warum ich so glücklich bin: 
Ich bin angekommen. Ich bin endlich zuhause.

Und nun wünsche ich euch Lieben, die es bis hierhin geschafft haben, ein wunderschönes, sonniges und vor allem glückliches Wochenende.

Kommentare:

  1. Da fällt mir nur eins zu ein ... Dito :-) der Garten sieht aus wie ein Dschungel, das Haus könnte sauberer sein, die Projekte werden besser abgearbeitet ... Erstmal einen Kaffee trinken und mit z.B. Dir ein Pläuschchen halten :-) :-)

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  2. Wunderschön geschrieben und ich freue mich von Herzen für dich, dass du dieses Gefühl erleben und leben kannst.

    Ich bin auf dem Weg dahin, der ist noch steinig, aber es wird sich lohnen. Du hast so Recht - denn niemand dankt es eienem, wenn man in 5 Jahren mit einem Herzkasper umfällt. Und unsere Familien sind das Wichtigste neben uns selbst. Und genau die werden im Alltag immer wieder vergessen.

    Wir sollten uns mehr Zeit nehmen - für unsere Kinder und Männer, unser Leben, die Gefühle und Kleinigkeiten im Leben, die es lebenswert machen!

    Ganz liebe Grüße, Jennifer

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  3. seufz..drück dich <3 <3 <3 würde auch gerne wieder mit dir quasseln!!! :-*

    liebst claudi

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  4. Tolle! willkommen daheim! Du bist also angekommen!!! Glückwunsch!!!! Freue mich, das es dir gut geht und Du glücklich bist, mit dem wie es ist und vor allem mit Dir!! Ich kann es nachvollziehen. Habe im Vergangen Jahr auch einiges geändert und bin da! Und fünf gerade sind genau richtig!!
    Liebe Grüße, Sabine

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  5. und ich habe gerade voller Lust und gutgelaunt Deinen Post gelesen, auch wenn ich weiß, dass in einer guten Stunde Kinder und Mann ausgehungert nachhause kommen.
    Du hast sooo recht.

    Liebe Grüße von
    Birgit, die mittlerweile auch viel gelassener ist

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  6. Liebe Andrea, das ist so schön! Ich wünsche dir von Herzen, dass es für immer so bleibt. <3
    Und mir wünsche ich, dass ich da auch irgendwann mal hinkomme, es ist so schwer, den Perfektionismusanspruch aufzugeben und ein paar Gänge zurückzuschalten. Das liegt auch an der Erziehung, schon als Kind lernt man, dass man "seine Arbeit machen muss" und sich nichts gönnen darf. Im Beruf geht es dann weiter: immer schneller, immer perfekter, ein immer grösseres Pensum, mehr Geld, mehr Status ... bis dann irgendwann der Bogen reisst und man nicht mehr kann. Glücklich sein hat auch viel mit loslassen zu tun. Einfach mal alles, was nicht perfekt ist vergessen, und den Moment geniessen.

    Schön, dass du deinen Kindern da ein anderes Bild vermitteln kannst, sie werden es vielleicht niemals merken, weil sie es nicht anders kennen, aber du gibst ihnen damit etwas wertvolles für die Zukunft mit.
    Alles Liebe,
    Ingrid

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  7. Das freut mich so sehr für dich :-)

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  8. Schön, dass auch du dort angekommen bist. Ich fühle mich da nämlich schon länger SEHR wohl :-).

    LG Uschi

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  9. Ich freue mich <3
    Hoffentlich bleibt es immer so!

    :-*

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  10. Boah...NEID...genau dahin will ich auch...! Der erste Schritt, die Erkenntnis, ist getan...aber die Umsetzung braucht wohl noch viel Zeit (so ein Perfektionist wird man nicht von heute auf morgen los)...leider...!
    Auf jeden Fall hoffe ich, dass ich eines Tages genau das erreicht habe, wie du...ich bin nämlich auch eine Quasseltante...lach...!

    Sei lieb gegrüsst...und geniess dein Leben...
    Gabi

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  11. Dazu gibt es nichts weiter zu sagen.... <3 <3 <3 .... so muss es ein!
    GGLG Andrea

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  12. Das kann ich gut nachfühlen - alles muß immer gleich erledigt werden, mehrere Sachen gleichzeitig und irgendwann fühlt man sich ausgelaugt.
    Bei mir war es der Tod meines Mannes, der mit 42 Jahren gehen mußte Ich habe auch einiges verändert. Wir waren vorher glücklich und zufrieden und doch immer wieder perfektionistisch. Jetzt habe ich die Reißleine gezogen, mehr Zeit fürs Kind, für mich selbst. Und wenn manches andere länger dauert, dann ist das eben so.
    Zeit haben, um anzukommen, ist das Wichtigste, um das Leben GUT zu leben.
    LG Bärbel

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  13. Tja, da fragt man sich nur wer hat dieses blöde Wort - Frauen wären Multitaskingfähig erfunden... nee immer eins nach dem anderen und nicht wie ein Wirbelwind auf fünf Hochzeiten tanzen, tut allen und allem gut.
    Schönes Wochenende jacky

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  14. wunderschön (und mir aus dem herzen) geschrieben!

    Liebe Grüsse

    Mo

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  15. Eine wertvolle Erkenntnis in dieser schnellebigen Zeit in der es nur um Leistung geht. Genieß das Leben und lerne glücklich zu sein.

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  16. "Die Kinder werden sich nicht daran erinnern wie sauber/ ordentlich es bei Euch zu Hause war, aber sie werden sich an Dich erinnern ..."
    Diesen Satz sagte mal eine Mutter aus der Schule zu mir. Ich habe ihn oft im Ohr.
    Viele Grüße!

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  17. Liebe Rau Burow, das hast Du ganz wunderbar ge- und beschrieben.
    Ich freue mich sehr für Dich und über Deine Gelassenheit! Ich würde
    fast sagen: wir können uns die Hände reichen! ;-)
    LG Bine

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  18. ... wie schön diese worte von dir zu lesen !

    deine crisl

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  19. schöne post. ich glaube, ich weiß was du meinst ... ich habe auch einiges geändert in meinem leben ... und hatte mit dem autofahren begonnen! mittlerweile wundere ich mich über die anderen die wegen einem stau austicken ... naja, ansonsten bin ich nacu umzug und jobwechselarm wie eine kirchenmaus, genieße aber die 'mehr'-zeit, die ich nun habe und koste diese richtig aus.
    vielleicht wird es bald wieder ein wenig mehr arbeit, einwenig mehr zeit- aber einwenig mehr geld ... mal sehen was passiert ... aber ich möchte ich nicht nehr so stressen. das ist es nicht wert. genieße was du hast!
    LG

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  20. Auch wenn es sich jetzt pathetisch anhört, so danke ich dir für deine Worte. Auch ich möchte, dass meine Kinder an mich als eine lachende Mama, die sich Zeit nimmt, denken und nicht an eine, die eine Pflicht nach der anderen hetzend erledigt. Und mehr Struktur bei der Umsetzung der Projekt würde mir auch gut tun.

    Liebe Grüße

    Margarete

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